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Zwischen dem Sundays River und dem
Great Fish River liegt das Gebiet, das einst als das Zuurveld bekannt war
und während des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts Jahre bitterer
Rivalität zwischen den weißen Kolonisten und dem Stamm der Xhosas
erlebte. Der Great Fish River wurde 1780 unter der Regierung der ostindischen
Gesellschaft zur östlichen Grenze der Kap Kolonie erklärt.
Bis 1801 wurden drei Grenzkriege
geführt, die zumeist Fortsetzungen von Gefechten zwischen Bürgerkommandos
und den Einheimischen waren und bei denen es hauptsächlich um den
Viehbestand und -besitz ging. |
Der Versuch der Briten, während
des vierten Krieges von 1811 und 1812 das Volk der Xhosas zu vernichten,
endete mit der Errichtung einer Kette von Militärposten und Festungen,
unter anderem den nach dem Oberst John Graham benannten Stützpunkt,
aus dem sich später Grahamstown entwickeln sollte. Als Behausung für
seine Männer wählte er die verlassene Farm des wandernden Farmers
Lucas Meyer, die in einem Tal am Fuße einer Hügellandschaft
lag. Diese Stelle finden Sie huete an der Südseite der High Street
neben der Kathedrale in Grahamstown.
Die Ausschreitungen entlang der Grenze
hielten an und gipfelten 1819 in einem Überraschungsangriff von 10.000
Einheimischen auf das unterbesetzte Dorf. Der Hauptangriff fand an der
mit nur wenigen Männern besetzten Senke am Ende der High Street, unterhalb
der heutigen Bahnstation, statt und endete mit der Kapitulierung und 700
Toten der Kaffirstreitkräfte. Der Heldin diese Kampfes Margaret Salt
wurde ein Denkmal " Die Pionierfrauen" in der High Street gesetzt, denn
Sie lief wagemutig mit einem Pulverfaß, versteckt unter Ihrer Kleidung,
durch die Linien der Einheimischen.
Aber die militärische Macht
allein war nicht ausreichend, um die Grenzen zu verteidigen. Deshalb akzeptierte
die britische Regierung den Plan, britische Immigranten als eine Pufferzone
in dem umbenannten Albanydistrikt anzusiedeln. Aus diesem Grund kamen 1820
ca. 4500 Männer, Frauen und Kinder, die dann ein Neuntel der weißen
Bevölkerung bildeten, in die Kapkolonie. Sie wurden aber unter der
Voraussetzung falscher Tatsachen hierher gelockt. Ihrer gefährlichen
Situation gänzlich unbewußt, entflohen Sie der Arbeitslosigkeit
und Armut in England, da ihnen versprochen wurde, daß sie hier das
Land, wo Milch und Honig fließen, erwartet.
Die Realität war hart: Nach
einer viermonatigen Reise mußten sie nochmals eine lange, mühsame
Fahrt in Ochswagen auf sich nehmen bis sie ihren Grund und Boden, der ihnen
zugeteilt worden war, erreichten.Die meisten kamen im Winter an und mußten
sich selbst mit Unterkünften versorgen. Sie kamen aus den unterschiedlichsten
Klassen und Berufsständen, aber nur wenige wußten etwas über
Landwirtschaft. Die ersten Jahre waren von Trockenheit, Mißernten,
Fluten, Angriffen von wilden Tieren und dem Vieh der Xhosas, welche das
Land verwüsteten, gezeichnet. Viele verfielen der Armut und die Bitte
um Hilfe wurde von Seiten der Authoritäten mit Gleichgültigkeit
abgetan. Diese Notlage unterbreiteten letztendlich Freunde und Verwandte
in England der britschen Regierung, die daraufhin 1823 eine Kommission
nach Graham`s Town sendete.
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Als diese als Kaufleute und Facharbeiter
ausgebildeten Siedler in die kleineren Zentren, z.B. vorerst nach Graham`s
Town, ziehen durften, erhielten sie recht schnell Arbeit.An Stelle ihres
öden Landes erhielten sie kleine Grundstücke, auf denen sie kleine
Cottages bauten mit langen, schmalen Hintergärten und Hausfronten,
die direkt an der Straße lagen.
So wuchs der Ort rapide. Ein gutes
Beispiel für diese frühe Bauweise ist der Artificer´`s
Square, der zwischen der Bartholomew Street und der Cross Street liegt. |
So begann die Entwicklung englischer
Siedlerstädte in Südafrika. Die Hauptstraßen wurden recht
breit angeelgt, damit die Ochsenwagen auf ihnen umdrehen konnten. Wasser
erhielten die Einwohner durch einen großen Tank, der sich am oberen
Teil der High Street befand, dort wo später das Drostdy gebaut wurde.
Eine der ersten Schulen wurde in der selben Straße im Yellow House,
das anfangs als Gefängnis diente, eingerichtet. Die St. George`s Kirche
wurde in der Mitte des Ortes erbaut und, obwohl sie im Laufe der Jahre
durch die heutige Kathedrale ersetzt wurde, sind noch immer einige der
originalen Mauern erhalten.
Als 1824 offiziell der Handel mit
den Einheimischen erlaubt war, entwickelte sich dieser rasch. Im Fort Willshire,
welches sich heute im Great Fish River Reservat befindet, fanden Wochenmärkte
statt, auf denen die Einheimischen im Austausch gegen Kleidung, Perlen,
Decken und Feldwerkzeuge ihre Felle und Elfenbein anboten. Später
wurde der Marktplatz von Grahamstown, der heute gegenüber dem Einkaufscenter
liegt, Hauptumschlagsplatz für den Handel. 1830 war Grahamstown die
zweitgrößte städtische Niederlassung der Kolonie nach Kapstadt
und 1864 fand hier auch das einzigste Treffen des Kap-Parlamentes außerhalb
Kapstadts statt.
In diesen ersten Jahren bestand eine
reiche Wollindustrie, die auch die ersten Merinoschafe mit ihrer feinen
Wolle einführte.Der Großteil der Wolle wurde durch Agenten in
Grahamstown exportiert aber es gab auch einen kleinen lokalen Markt - Bradshaw`s
Mill in Bathurst, die Decken und Hüte produziert, heute restauriert
ist und täglich für Besichtigungen geöffnet ist. Bis 1840
hatte die Wollindustrie die Weinindustrie als ersten Exportartikel der
Kapkolonien abgelöst. Diese Stellung hielt sich bis zum Diamantenabbau
im Jahr 1870.
Dennoch blieben die friedlichen Zeiten
recht kurz. 1834 bildete der sechs Fronten Krieg den Höhepunkt an
Überfällen, Vergeltungsschlägen und Frusstration, die Xhosas
kamen über den Sundays River unter brachten Mord und Zerstörung.
Siedlerflüchtlinge strömten nach Bathurst und Grahamstown. Die
Straßen, die zur St. George`s Kirche führten, wurden verbarrikadiert,
um so einen zentralen Verteidigungspunkt zu halten.
Für viele holländische
Farmer war die Verwüstung der ausschlaggebende Faktor zur Auswanderung
und Piet Retief nördlich auf den großen Treck zu folgen. Zu
Kriegsende, 1835, wurden die Farmer angehalten, ihre Farmhäuser speziell
zu festigen. Barville Park nahe Port Alfred ist ein klassisches Beispiel
dafür. Um Grahamstown bei der Befestigung zu helfen, wurde das Fort
Selwyn auf einem Hügel gebaut (Heute steht es neben dem "1820 Monument".)
mit Blick über die militärischen gebäude und das unterhalb
liegende Drostdy.
Dennoch gab der Krieg anderen Siedlern
Auftrieb für ihre Schafzucht. Viele farmer sparten ihre Entschädigungsgelder,
um damit später mehr Tiere für ihre Herde zu kaufen. Andere zogen
in sichere Gebiete des Inlandes wie z.B. nach Cradock und Graaf-Reinet.
Ironischer Weise trug der Fund und
die Indentifizierung des ertsen Diamanten in Südafrika zum Verfall
der Stadt bei. Die Eröffnung der ersten Diamantenfelder beraubte Grahamstown
seiner wichtigen Handelsstellung. Der wirtschaftliche Brennpunkt verlagerte
sich in die Regionen oberhalb des Escarpments nach Kimberley und später
nach Johannesburg. Grahamstown besaß aber noch nicht einmal eine
Anbindung zu der direkten Bahnlinie zwischen Port Elizabeth und diesen
neuen, sich entwickelnden Wirtschaftszentren.
Doch behauptete sich diese Stadt
dennoch als ein lokales Zentrum für Landwirtschaft und ab Mitte des
19ten Jahrhunderts wurden die ehemaligen Hauptfunktionen Handel und Militärmacht
durch Bildung und Rechtswesen ersetzt. Die Errichtung des obersten Gerichtshofes
des Eastern Districts in Grahamstown, 1864, garantierte der Stadt die Entwicklung
zu einem Zentrum der Rechtssprechung. Bis 1876 wurden fünf Hauptschulen
eröffnet - das Assumption Convent, das St. Andrew`s College und das
Graeme College, die Diocesan Schule für Mädchen und das St. Aidan`s
Collage. Und noch vor der Jahrhundertwende wurden die Victoria Girl`s High
School, das Kingswood Collage und das Teacher`s Training Colleg gebaut.
Das berühmte Rhodes University Collage wurde 1904 gegründet.
Außerdem gilt Grahamstown heute
als die Stadt der Kunst- und Wissenschaftsfestivals. |